22. - 24. April 2016: Tage religiöser Orientierung in der Berufsfachschule

von Yasemin K., Angelina K. und Sarah W.

Die Besinnungstage in der Abtei Königsmünster in Meschede finden alljährlich im Frühjahr statt und erfreuen sich bei Schülerinnen und Schülern der Berufsfachschule immer größerer Beliebtheit.
Ein Bericht von Teilnehmerinnen.

1. Tag:

Nach unserer Anreise mit der Bahn begrüßte uns in der Oase von Königsmünster in Meschede ganz herzlich das Betreuerteam, bestehend aus dem Mönch Bruder Benedikt, Christian Lehmgrübner und noch drei weiteren Praktikanten.* Wir setzten uns im Stuhlkreis zusammen und machten erst eine "Vorstellungsrunde": Jeder sollte seinen Namen nennen und sagen, was man sich für die drei Tage des Aufenthaltes wünschte. Anschließend erklärte uns Christian den Ablauf der Tage im Kloster, was wir zusammen machen würden, was uns erwartete und natürlich die Hausregeln. Dann wurden wir auf Zweier-Zimmer aufgeteilt und jeder bekam einen "Schlüssel" mit einem LED-Licht-Code. Um 14.30 Uhr konnten wir uns an der Theke mit Kaffee und Kuchen versorgen. Es gab viele leckere Sachen zur Auswahl, aber wir sollten nicht "sündigen", d.h. uns nur so viel auf den Teller legen, wie wir auch aufessen konnten.
Das Programm wurde dann im "Atelier" fortgesetzt, wo wir bunte Stifte und Papier erhielten. Die Aufgabe bestand darin zu zeichnen, wo wir jetzt gerne wären; im Hintergrund haben wir dazu ein "traumhaftes" Lied gehört. Als Nächstes haben wir etwas Kreatives gemacht, bei dem wir uns als Team unter Beweis stellen sollten: Wir mussten uns alle auf einen Teppich stellen und den Teppich umdrehen, ohne dass einer von uns auf den Boden trat! Wir hatten sehr viel Spaß dabei, es war anstrengend und anspruchsvoll, aber alle haben aktiv mitgearbeitet. Um 18.00 Uhr gab es Abendessen.
Um 19.45 Uhr stand eine Einführung in das Gebet der Mönche auf dem Programm: Gemeinsam gingen wir in die Kirche, um beim Abendgottesdienst der Mönche dabei zu sein. Es war sehr schön, dass wir so eine Möglichkeit bekommen haben. Besonders war für uns, als die Mönche am Schluss des Gottesdienstes in einer Seitenkapelle für Maria ein Gute-Nacht-Lied gesungen haben. Wir haben alle mit Aufmerksamkeit zugehört und zugeguckt. Es ist schön, dass man so auch einen Einblick in die Welt der Mönche bekommen hat.
Nach dem Gebet hatten wir "Freizeit", ab 22.00 Uhr war Nachtruhe angesagt. Frau Bani Amer und Herr Kemper sorgten dafür, dass wir ab dieser Zeit besonders darauf achteten, uns in einem angemessenen Ton leise zu unterhalten, während wir Karten spielten etc ...

2. Tag

Der zweite Tag im Kloster begann im Meditationsraum um 07.45 Uhr. Christian las uns Gedichte vor. Wir waren ganz leise und die Atmosphäre war feierlich und ganz entspannt. Nach dem Vortrag bekamen wir alle einen "Glücksstein", den wir in der Raummitte in einem "Wegekreis"ablegen sollten. Anschließend lasen zwei der Praktikanten noch weitere Gedichte vor, die etwas mit unserem Leben zu tun hatten. Die Meditation dauerte gute 20 Minuten. Danach haben wir gefrühstückt.
Ab 09.15 Uhr trafen wir uns alle wieder im Atelier. Hier erhielt jeder drei "Steckbriefe" mit den Überschriften "Was kann ich gut und was kann ich nicht gut?" Was liebe ich?" und " Was ist mir heilig?" Jeder sollte für sich etwas dazu aufschreiben und währenddessen hörten wir Musik, die beruhigte und nachdenklich machte. Anschließend durfte jeder, der es wollte, sein Geschriebenes vortragen.
Um 12.00 Uhr gab es Mittagessen. Vor jeder Mahlzeit wurde ein Gebetstext dem "Toaster" entnommen und vorgelesen. Nach dem Mittagessen hatten wir bis 14.45 Uhr Freizeit. Es gab die Möglichkeit, in die Stadt zu gehen, in der Oase zu bleiben und uns dort zu unterhalten oder uns die nähere Umgebung des Klosters ein bisschen genauer anzusehen. Nach der Mittagspause trafen wir uns wieder im Atelier. Vor der Türe lagen Kissen und Decken und jeder sollte sich davon nehmen und im Atelier einen Platz aussuchen. Christian und die drei Praktikanten machten mit uns eine Traumreise, damit wir uns entspannen und vom Schulstress etwas wegkommen konnten.
Um 18.00 Uhr gab es wieder Abendessen. Anschließend mussten wir uns in Vierergruppen aufteilen und erhielten Papier und Würfel, um uns über die Themen "Hobbys, Musik, Film und Familie" zu unterhalten: Wir sollten würfeln und über das erzählen, was wir gerne machten, hörten, anschauten und liebten. Zwischendurch gab es Pausen. Danach kam Bruder Benedikt zu uns und wir konnten ihn alles über das Kloster und sein Leben fragen. Wir bekamen spannende Antworten und er zeigte uns auch Bilder von dem Bereich, der den Mönchen vorbehalten ist. Es war interessant zu sehen, wo die Mönche wohnen, essen, beten, Spiele spielen, sich mit den Nonnen treffen, wie sie Weihnachten oder andere Feste feiern etc.
Um 20.45 Uhr verabschiedeten wir uns für die Nacht und hatten Freizeit.

3. Tag

Der letzte Tag im Kloster. Mit einer Meditation um 07.45 Uhr fing unser Tag wieder an. Danach wurde gefrühstückt und anschließend packten wir in unseren Zimmern unsere Koffer. Ein letztes Mal trafen wir uns im Atelier. Jeder formte aus Knete ein Symbol, das dann allen vorgestellt und gedeutet wurde. Um 12.00 Uhr gab es Mittagessen und danach traten wir die Rückreise nach Wuppertal an.
Für uns persönlich war die Klosterfahrt eine sehr gelungene und auch spannende Veranstaltung: Wir konnten mal abschalten, von allem mal wegkommen** und uns wirklich sehr viele Gedanken darüber machen, was man tatsächlich im Leben tun würde oder nicht. Wir haben alle unsere eigenen Erfahrungen gemacht und uns darüber ausgetauscht. Es hat sich für uns gelohnt und wir empfehlen es gerne weiter.
Wir danken unseren Betreuern von Königsmünster für diese Zeit. Ein besonderer Dank gilt auch dem Förderverein des BKE, der diese Fahrt mit finanziert hat, sodass viele interessierte Schüler mitfahren konnten.

*"Wir" waren insgesamt 16 Schülerinnen und Schüler der Handelsschule des BKEs und zwei begleitende Lehrpersonen, die aber nicht am Programm teilnahmen, Anmerkung der Redaktion

**Das betraf auch eine reduzierte Handynutzung, Anmerkung der Redaktion