Fachberaterin / Fachberater für nachhaltiges Wirtschaften

Für die Zukunftsgestaltung von Beruf und Gesellschaft kommt der Orientierung am Konzept der Nachhaltigkeit (Sustainability) eine besondere Bedeutung zu. Nachhaltigkeit gilt als die entscheidende Orientierung für eine zukunftsfähige, auf lange Sicht für alle Menschen tragfähige Entwicklung.

Industriekaufleute

Zielsetzung

Integrierte Ziele der Nachhaltigkeit sind wirtschaftliche Prosperität, intakte Umwelt und sozialer Zusammenhalt.

Inzwischen haben diese Zielsetzungen Einzug in die Unternehmenskommunikation gehalten. Aussagen zum ökologischen und sozialen Nutzen einer Unternehmung und ihrer Produkte haben den Status von einem "nice to have" zu einem "must" gewechselt und prägen immer stärker das Unternehmensimage.

Eine kaufmännische Aus- und Weiterbildungsorganisation, die ernsthaft den Anspruch verfolgt, ihrer Klientel zu einer Zukunftsfähigkeit auf dem Arbeitsmarkt zu verhelfen, kann eine solche Entwicklung nicht ignorieren. So ist es kein Zufall dass die Studierenden der Fachschule für Wirtschaft am Berufskolleg Elberfeld ihre ersten beiden Semester mit dem Themenkreis "nachhaltiges Wirtschaften" bzw. "sustainable development" verbringen.

Nachfolgend werden die Kernanliegen dieser so genannten Eingangsqualifizierung dargelegt und der Entwicklungsprozess, der anscheinend auch "nachhaltig" verläuft, sowie die Themenschwerpunkte kurz skizziert.

Die Entwicklung der Qualifizierung zum Fachberater für nachhaltiges Wirtschaften wurde im Jahr 2003 aus den Mitteln der Gemeinschaftsinitiative Equal des europäischen Sozialfonds finanziert und im Rahmen der Entwicklungspartnerschaft kompakt, die sich der Zukunftssicherung durch nachhaltige Kompetenzentwicklung in KMU (Klein- und Mittelbetriebe) zum Ziel gesetzt hat, grundlegend konzipiert.

Akteure dieser Entwicklungspartnerschaft waren zum Beispiel das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH, die Universität Witten Herdecke, RKW e.V. sowie der Unternehmensverband future e.V.

Gemeinsam mit dem Landesinstitut für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen und zweier Berufskollegs (Köln und Wuppertal) wurde dann ein Lehrplan entwickelt, um in einem betrieblichen Umfeld tätige Personen zu "Fachberatern für nachhaltiges Wirtschaften" zu qualifizieren.

Die Qualifizierung richtet sich an Personen,

  • die als Berufstätige mit besonderer Qualifikation tätig sind und über ein bestimmtes Aufgabenprofil verfügen,
  • als Katalysatoren für den Auf- bzw. Ausbau nachhaltigen Wirtschaftens in den Betrieben agieren sollen (in Prozessen und Projekten, bei der Produktentwicklung),
  • Erfolgsfaktoren für nachhaltiges Wirtschaften in den Betrieben "vor Ort" verankern können,
  • Szenarien erarbeiten und Projekte initiieren, die ein nachhaltiges Wirtschaften in den Betrieben fördern und
  • betriebliche Instrumente nachhaltigen Wirtschaftens kennen und diese in der betrieblichen Praxis erfolgreich einsetzen wollen.

Bezüglich des zeitlichen Umfangs wurde für die Qualifizierung ein Zeitrahmen von 160 Stunden vereinbart (davon 120 Stunden als Präsenzlernen und 40 Stunden als Distanzlernen).

Im Jahr 2004 wurde dieses Curriculum am Berufskolleg Elberfeld als Pilotprojekt realisiert. Neben der Konkretisierung des Curriculums erfolgte zu diesem Zweck die Erstellung von Lehr-/Lernmaterialien sowie die Bereitstellung einer internetgestützten Lernplattform, mit deren Hilfe Materialien und Lernprodukte verwaltet und verteilt werden können, um ein häusliches "Distanzlernen" zu ermöglichen.

Inhaltlich sollen in dieser Qualifizierungsmaßnahme vor allem die Kompetenzen gefördert werden, die notwendig sind, um nachhaltigkeitsrelevante Aspekte des beruflichen Handelns zu erkennen und zu berücksichtigen. Bei der Qualifizierung soll außerdem besonders großer Wert auf die Berücksichtigung realer Arbeitszusammenhänge gelegt werden, d.h. es soll ein problemorientierter projektbezogener Ausbau von Kompetenzen statt "Lernen auf Vorrat" erfolgen.

Dieser Kompetenzerwerb erfolgt durch die unterrichtliche Arbeit mit Lernsituationen, also konkreter betrieblicher Problemstellungen, anhand derer Problemlösungen recherchiert, geplant, realisiert und kontrolliert werden können. Diese Lernsituationen sind nun nicht mehr zu Fächern, sondern zu Modulen zusammengefasst.

Das FANWI-Curriculum ist also modular strukturiert. Dies verdeutlicht die Tabelle "Qualifizierungsmodule des FANWI-Curriculums", die Sie eben so herunterladen können, wie die "FANWI-Kompetenzen im Überblick".

Qualifizierungsmodule des FANWI-Curriculum

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FANWI-Kompetenzen im Überblick

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